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17/2022

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Verkehrsclub Deutschland
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Eppishausen, 26. Mai 2022

Rufbusse sinnvoll einsetzen

Der stündliche Bayerntakt kann mit Rufbussen auf das flache Land verlängert werden.

"Rufbusse bieten die Chance, dass der Bayerntakt im Öffentlichen Nahverkehr auch das flache Land erreicht", stellt Gerd Weibelzahl, Mitglied im VCD-Landesvorstand fest. "Allerdings sollten Rufbusse wirklich nur dort eingesetzt werden, wo kein höheres Fahrgastaufkommen zu erwarten ist und Maßnahmen für einen attraktiveren Nahverkehr wie z. B. Ampelvorrangschaltung für Busse und übersichtliche und preiswerte Tarife nicht greifen." Derzeit touren Mitglieder des Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit Bus und Bahn durch Bayern und testen den öffentlichen Nahverkehr. Zielpunkte sind jeweils die geografischen Mittelpunkte der sieben bayerischen Bezirke. Heute ist mit Eppishausen bei Mindelheim Schwaben an der Reihe, das an Feiertagen nur mit dem Rufbus zu erreichen ist.

Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern und Klimaneutralität gibt es nur mit einem flächendeckend guten und alltagstauglichen Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Ziel der Politik sollte es sein, dass der stündliche Bayerntakt bei den Nahverkehrszügen auch auf das Land abseits der Bahnlinien und größeren Ortschaften verlängert wird. Rufbusse können dazu, gerade im ländlichen Raum, einen Beitrag dazu leisten. Sie verkehren nur, wenn ein Fahrtwunsch vorher per Telefon oder App bei einer Buchungszentrale angemeldet wird. Somit werden gegebenenfalls Leerfahrten und unnötige Kosten beim Besteller (in der Regel die Gemeinde oder der Landkreis) vermieden.

Rufbusse bieten die Chance, dass auch kleine Weiler an das ÖPNV-Netz angeschlossen werden. Außerdem können die Fahrzeiten verkürzt werden, wenn abseits der Hauptstrecke liegende Haltestellen nur dann angefahren werden, wenn tatsächlich ein Fahrgast ein- oder aussteigen will. Zudem kann auch bei regulären Buslinien gerade in den Abend- und Nachtstunden das Fahrtenangebot durch Rufbusse zeitlich verlängert werden.

Für den Fahrgast bedeutet die Voranmeldung eines Fahrtwunsches einen Verlust an Spontanität. In der Regel muss eine Stunde vorher angerufen werden, manchmal auch zwei Stunden vorher. Für Frühfahrten vor 8 Uhr ist oftmals eine Anmeldung schon am Nachmittag des Vortages nötig. Im negativsten Fall ist die Buchungszentrale am Wochenende nicht besetzt und eine Bestellung für Sonntag ist schon am Freitagnachmittag zu tätigen. In stadtnahen Bereichen gibt es aber auch positive Beispiele mit Vorbuchungsfristen von 10 oder 30 Minuten.

In einigen Regionen wird für die Nutzung eines Rufbusses ein Zuschlag zum regulären Busfahrpreis erhoben. Außerdem ist manchmal der Kauf von Fahrkarten im Rufbus nur eingeschränkt oder auch gar nicht möglich. Das muss sich ändern.

Die Landkreise, die in Bayern für den ÖPNV zuständig sind, können mit stündlich verkehrenden Rufbussen eine gute Alternative für die Mobilität auf dem Land anbieten. Wenn allerdings schlecht ausgelastete und selten verkehrende Linienbusse nur in Rufbusse umgewandelt werden, statt zu versuchen, mehr Fahrgäste zu gewinnen, wird damit der Öffentliche Verkehr in eine Abwärtsspirale getrieben.

Den genauen Verlauf Der ÖPNV-Rallye entnehmen Sie bitte dem Zeitplan der ÖPNV-Rallye.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Karsten Liebster, Tel. 0177 844 7815, Gerd Weibelzahl, Tel. 0160 9460 5819, oder an das VCD-Landesbüro, Tel. 0911 471743.

 

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