Pressemitteilung
03/2018

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Nürnberg, 5. Februar 2018

Mehr Stickoxide in Deutschland

Mindestens 72, statt nur 70 Städte sind betroffen.

Die Luft ist stärker durch Autoabgase verschmutzt als es das Umweltbundesamt behauptet. Das hat der Verkehrsclub Deutschland VCD mit eigenen Messungen gezeigt.

So liegen in Bayern die Luftbelastungen auch in Passau und in Dachau über den zulässigen Grenzwerten für Stickstoffdioxid. "Das heißt statt 70 Kommunen, die das Umweltbundesamt nennt, sind mindestens 72 betroffen, bundesweit vermutlich noch mehr", bestätigt Bernd Sluka, der Vorsitzende des VCD Landesverband Bayern erste Ergebnisse.

In Dachau wurden bislang keine regelmäßigen Stickoxide erhoben. Und in Passau liefert die amtliche Messstation nur eine durchschnittliche "Hintergrundbelastung". Diese nicht repräsentativen Werte werden aber dazu herangezogen, zu behaupten, dass dort keine Überschreitungen der Grenzwerte vorlägen. Damit kann Passau auch nicht von den Bundesmitteln für sauberere Luft profitieren. Tatsächlich sind die Anwohner der Passauer Innenstadt und an den verkehrsreichen Straßen weit höheren Stickoxidbelastungen ausgesetzt. "In Passau haben wir stellenweise Rekord-Werte wie in der Landeshauptstadt München gefunden", beschreibt Sluka den Ernst der Lage. In der niederbayerischen Stadt nahmen die Stickoxide im letzten Jahr entgegen dem bundesweiten Trend sogar zu.

Der VCD misst bundesweit mit Schwerpunkt in Bayern. Sluka: "In Nürnberg und Augsburg konnten wir aufzeigen, dass die hohe Luftverschmutzung dort weit verbreiteter ist, als es behördlicherseits zugegeben wird. Und für Würzburg bereiten wir gerade eine Messkampagne vor."

Das Problem "Stickoxide" aus dem Verkehr ist also noch lange nicht ausgestanden. Doch die Bundesregierung setzt auf weitgehend unwirksame Pseudomaßnahmen. Und die bayerische Staatsregierung belässt es bei leeren Worten. "Nur eine Hardware-Nachrüstung der Diesel-Pkw mit AdBlue-Katalysatoren könnte einen signifikanten Rückgang bewirken", weiß Sluka. Dies bestätigt neben dem Umweltbundesamt auch Dr.-Ing. Reinhard Kolke, der Leiter des ADAC-Technikzentrums Landsberg. Dort wurden die möglichen Varianten der Abgasreinigung untersucht. Und die Filterhersteller haben fertige, geprüfte Nachrüstlösungen im Angebot. Die Bundesregierung bräuchte nur die Nachrüstung der Diesel anordnen. Und die Städte müssten in der Zwischenzeit den Verkehr mit den besonders dreckigen Euro-5- und Euro-6-Dieseln beschränken.

Die "Diesel-Opfer" sind nicht die Autofahrer, sie sind Mittäter. Die wirklichen Diesel-Opfer sind die Anwohner der Straßen, die dort leben, arbeiten, einkaufen oder durchfahren müssen. Sie werden von den Abgasen krank und sterben sogar früher daran. "Um die Gesundheit dieser Menschen sollten sich Politiker bemühen und Medien darüber berichten. Wer sich darüber aufregt, dass ein paar Affen Stickoxiden ausgesetzt wurden, aber nichts für die hunderttausenden Menschen tut, die dasselbe tagtäglich in den Städten erdulden müssen, der ist nichts anderes als ein Heuchler", so Sluka abschließend.

Für Rückfragen steht Ihnen der VCD-Vorsitzende Bernd Sluka unter Tel. 0176/420 63 287 persönlich zur Verfügung. Oder wenden Sie sich bitte an das VCD-Landesbüro.

 

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